Was heißt bisexuell? Eine Erklärung
Bisexuell heißt, dass eine Person sich romantisch und oder sexuell zu Menschen von mehr als einem Geschlecht hingezogen fühlen kann. Wenn Sie nach „was heißt bisexuell“ suchen, geht es meist um eine klare bisexuell Bedeutung, um Abgrenzungen zu anderen Orientierungen und um die Frage, welche Vorstellungen darüber stimmen.
Der Begriff wird im Alltag häufig verkürzt als bi verwendet, was als Kurzform für Bisexualität gebräuchlich ist (siehe Wikipedia-Artikel zu Bisexualität). In diesem Text geht es um eine sachliche bisexuell Erklärung: Definitionen, historische Entwicklung, Einordnung im Spektrum, Zahlen zur Selbstbeschreibung und typische Missverständnisse im Alltag.
Wichtige Fakten auf einen Blick
- Bisexualität bezeichnet eine sexuelle Orientierung, bei der romantische und oder sexuelle Anziehung zu Menschen von zwei oder mehr Geschlechtern möglich ist, nicht zwingend gleichzeitig.
- Als Kurzform für Bisexualität ist das Adjektiv „bi“ gebräuchlich, etwa in Aussagen wie „ich bin bi“ oder „bi-orientiert“.
- Eine verbreitete inklusive Definition (Robyn Ochs) beschreibt Bisexualität als Potenzial zur Anziehung zu mehr als einem Geschlecht, nicht zur selben Zeit, Art oder Intensität.
- Historisch wurde „bisexuell“ bis Anfang des 20. Jahrhunderts auch biologisch verstanden, als Vorhandensein zweierlei Geschlechtsmerkmale, was heute unter Intergeschlechtlichkeit eingeordnet wird.
- Bisexualität wird häufig den nicht-monosexuellen Orientierungen zugeordnet, zusammen mit Begriffen wie Pansexualität, weil Anziehung nicht auf ein Geschlecht begrenzt ist.
- Laut Wikipedia wird eine britische YouGov-Erhebung von 2015 (mit mittlerer Sicherheit, da Sekundärangabe) mit 19 Prozent „bisexuell“ insgesamt zitiert, bei 18- bis 24-Jährigen sogar 43 Prozent.
Einleitung: Was bedeutet bisexuell?
Die Frage „was heißt bisexuell“ zielt in der Regel auf eine eindeutige Einordnung als bi sexuelle Orientierung, also als sexuelle Orientierung neben heterosexuell, homosexuell und weiteren. Missverständnisse entstehen oft, weil Menschen Bisexualität fälschlich als Übergang, als Unentschlossenheit oder als rein sexuelles Verhalten interpretieren, obwohl es um Orientierung, also um Muster von Anziehung, geht.
Im deutschen Sprachgebrauch ist „bi“ eine gängige Kurzform für Bisexualität (Quelle: Bisexualität bei Wikipedia). Diese Abkürzung taucht in Selbstaussagen, in Community-Kontexten und in Medien auf. Wichtig ist dabei: „bi“ beschreibt nicht automatisch, wie eine Person Beziehungen lebt, ob sie gerade Single ist oder in welcher Konstellation sie aktuell lebt.
Für eine belastbare bisexualität Definition lohnt sich der Blick auf mehrere Ebenen: alltagssprachliche Definitionen, inklusive Definitionen, und die Begriffe, die im deutschsprachigen Raum in Aufklärungsangeboten genutzt werden. Eine niedrigschwellige Einordnung bietet auch das Queer Lexikon zur Frage „Was genau ist Bisexualität?“, das sowohl eine vereinfachte Alltagsdefinition als auch eine weiter gefasste Perspektive nennt.
Die folgenden Abschnitte klären die Definition, den historischen Bedeutungswandel, die Position im Spektrum sexueller Orientierungen, Zahlen zur Verbreitung von Selbstbezeichnungen und typische Mythen. Abschließend geht es um praktische Aspekte in Beziehungen, Coming-out und Sichtbarkeit im Alltag.
Die Definition von Bisexualität

Im Kern bedeutet Bisexualität, dass eine Person sich zu zwei Geschlechtern hingezogen fühlen kann. Entsprechend wird Bisexualität als sexuelle Orientierung beschrieben, sich zu zwei Geschlechtern hingezogen zu fühlen (Quelle: Definition und Überblick bei Wikipedia). Diese Formulierung ist bewusst knapp, weil Orientierung kein Verhalten vorschreibt, sondern Möglichkeiten von Anziehung beschreibt.
In vielen Aufklärungsangeboten findet sich zusätzlich eine klassische Alltagslesart: Bisexualität meint üblicherweise, dass man sich sowohl zu Frauen als auch zu Männern hingezogen fühlt (Quelle: Aufklärungstext zu Bisexualität und Pansexualität bei LIEBESLEBEN). Diese Lesart ist in Gesprächen oft die erste Referenz, weil sie an ein binäres Geschlechterverständnis anschließt.
Gleichzeitig wird der Begriff in vielen Kontexten inklusiver verwendet. LIEBESLEBEN beschreibt, dass „bisexuell“ auch deutlich machen kann, mehrere Geschlechter romantisch und oder sexuell anziehend zu finden, und damit die Vielfalt von Geschlechtern einschließt (Quelle: inklusive Einordnung bei LIEBESLEBEN). Diese Perspektive ist besonders relevant, wenn Menschen ihr Erleben nicht sinnvoll in „nur Frauen oder nur Männer“ ausdrücken können oder wollen.
Das Queer Lexikon nennt als Alltagsdefinition, dass eine bisexuelle Person sich zu Menschen von 2 Geschlechtern (meistens Männer und Frauen) hingezogen fühlt. Dort wird auch eine weiter gefasste Formulierung verwendet: Bisexualität kann heißen, Menschen von mehr als einem Geschlecht sexuell anziehend zu finden.
Eine häufig zitierte, bewusst offene Definition stammt von Robyn Ochs. Das Queer Lexikon gibt sie sinngemäß so wieder: Bisexualität bedeutet das Anerkennen des Potentials, sich romantisch und oder sexuell zu Menschen von mehr als einem Geschlecht hingezogen zu fühlen, nicht notwendigerweise zur selben Zeit, auf die selbe Art oder zum selben Grad (Quelle: Robyn-Ochs-Definition im Queer Lexikon). Für die Praxis heißt das: Eine Person kann dauerhaft bisexuell sein, auch wenn ihre Beziehungen im Lebenslauf nicht „ausgewogen“ wirken oder wenn Anziehung unterschiedlich stark erlebt wird.
Historische Entwicklung des Begriffs
Der Begriff „bisexuell“ hatte historisch nicht nur die heutige Bedeutung als sexuelle Orientierung. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Bisexualität auch als biologisches Konzept verstanden, nämlich als Vorhandensein von zweierlei Geschlechtsmerkmalen an einem Individuum. Diese ältere Verwendung wird heute eher unter Hermaphroditismus (historisch belasteter Begriff) beziehungsweise unter Intergeschlechtlichkeit eingeordnet (Quelle: historische Bedeutungen im Wikipedia-Artikel).
Im Laufe des 20. Jahrhunderts verschob sich der Fokus im allgemeinen Sprachgebrauch in Richtung Psychologie, Sexualwissenschaft und Identitätspolitik: „bisexuell“ wurde zunehmend genutzt, um Anziehungsmuster und Selbstbeschreibung zu benennen, nicht körperliche Merkmale. Diese Trennung ist wichtig, weil Intergeschlechtlichkeit eine Variation körperlicher Geschlechtsmerkmale beschreibt, während Bisexualität eine sexuelle Orientierung beschreibt.
Für die heutige Kommunikation bedeutet der Wandel: Wenn Sie historische Texte, ältere Lexika oder auch ältere medizinische Publikationen lesen, kann „bisexuell“ in einem anderen Sinn verwendet worden sein als in aktuellen Aufklärungsangeboten. Beim Prüfen von Quellen hilft daher ein einfacher Zeitfilter: Veröffentlichungsjahr und Kontext (biologisch, medizinisch, sozialwissenschaftlich, aktivistisch). Als Mindeststandard gilt, Begriffe so zu verwenden, wie die betroffenen Personen und aktuelle Aufklärungsstellen sie definieren, weil das Missverständnisse reduziert und respektvoller ist.
Bisexualität im Spektrum sexueller Orientierungen

Bisexualität wird häufig als nicht-monosexuelle, also polysexuelle Orientierung eingeordnet. Monosexuell bedeutet, dass sich Anziehung ausschließlich auf ein Geschlecht richtet (zum Beispiel nur auf Frauen oder nur auf Männer). Nicht-monosexuell bedeutet dagegen, dass Anziehung sich auf mehr als ein Geschlecht beziehen kann. Das sagt nichts darüber aus, wie oft oder wie stark Anziehung empfunden wird, sondern beschreibt die grundsätzliche Möglichkeit, sich zu mehreren Geschlechtern hingezogen zu fühlen.
Im Spektrum sexueller Orientierungen steht Bisexualität damit neben anderen nicht-monosexuellen Selbstbeschreibungen wie Pansexualität, Omnisexualität oder queer. Häufige Gemeinsamkeiten sind: Menschen nutzen diese Begriffe, um auszudrücken, dass ihr Begehren nicht auf ein einziges Geschlecht begrenzt ist, und dass Anziehung in Intensität, Kontext und Lebensphase variieren kann, ohne die Orientierung ungültig zu machen.
Die Abgrenzung zu Pansexualität wird oft so erklärt: Pansexualität betont, dass Geschlecht keine oder eine geringe Rolle bei Anziehung spielt, während Bisexualität meist als Anziehung zu mehr als einem Geschlecht verstanden wird, wobei Geschlecht durchaus eine Rolle spielen kann. In der Praxis überschneiden sich die Erfahrungen teils stark, viele wählen den Begriff, der sich sprachlich, politisch oder persönlich am passendsten anfühlt. Wichtig ist, dass keine Definition verwendet werden sollte, um andere Identitäten zu entwerten.
Bisexualität ist ein Teil der LGBTQIA+-Community, weil bisexuelle Menschen ebenfalls von gesellschaftlicher Normierung, Unsichtbarkeit und Diskriminierung betroffen sein können. Gleichzeitig trägt Bisexualität zur Vielfalt innerhalb der Community bei, sie macht sichtbar, dass Orientierung nicht zwangsläufig in binären Kategorien oder in festen Schubladen gelebt wird.
Wie viele Menschen sind bisexuell?
Wie viele Menschen bisexuell sind, hängt stark davon ab, wie gefragt wird, welche Begriffe angeboten werden und ob es um Verhalten, Anziehung oder Identität geht. In vielen Erhebungen zeigt sich jedoch ein klares Muster: Bei jüngeren Generationen ist die Selbstidentifikation als bisexuell häufiger als bei älteren. Das kann bedeuten, dass mehr Menschen sich heute entsprechend einordnen, es kann aber auch bedeuten, dass mehr Menschen sich trauen, es zu benennen.
Ein oft zitierter Datenpunkt stammt aus einer britischen YouGov-Studie, in der sich insgesamt 19% der Befragten als bisexuell bezeichneten. In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen lag der Anteil sogar bei 43%. Diese Zahlen werden häufig als Hinweis darauf gelesen, dass Bisexualität besonders unter jungen Erwachsenen stark sichtbar ist. Quelle: YouGov: „Half of young people in Britain are not 100% heterosexual“.
Warum ist die Selbstidentifikation bei jüngeren Menschen höher? Ein möglicher Grund ist gesellschaftliche Offenheit: In vielen Kontexten ist es heute leichter, über sexuelle Orientierung zu sprechen, ohne automatisch schwere soziale Konsequenzen zu erwarten. Dazu kommt mehr Sichtbarkeit in Medien, sozialen Netzwerken und Bildungsangeboten, was Begriffe, Vorbilder und Sprache bereitstellt. Außerdem wird Orientierung zunehmend als Spektrum verstanden, sodass Menschen, die früher vielleicht „nicht ganz hetero“ gesagt hätten, heute eher ein passendes Label wie bisexuell wählen.
Häufige Mythen und Missverständnisse über Bisexualität
Um Bisexualität ranken sich hartnäckige Vorurteile. Eines der häufigsten lautet, Bisexualität sei „nur eine Phase“. Damit wird unterstellt, dass die Orientierung vorübergehend oder weniger „echt“ sei als Hetero- oder Homosexualität. Für viele Betroffene ist das nicht nur falsch, sondern auch belastend, weil es das eigene Selbstwissen infrage stellt und Coming-outs entwertet. Bisexualität kann sich bei manchen Menschen im Lebenslauf verändern, sie kann aber genauso stabil und dauerhaft sein wie jede andere sexuelle Orientierung.
Ein weiteres Missverständnis ist die Gleichsetzung mit Unentschlossenheit: Als müssten bisexuelle Menschen sich „eigentlich“ für ein Geschlecht entscheiden. Diese Annahme verkennt, dass Orientierung nicht durch eine Wahl zwischen zwei Optionen definiert ist. Anziehung zu mehr als einem Geschlecht bedeutet nicht, dass jemand verwirrt ist, sondern dass das Begehren eben breiter angelegt ist. Auch eine monogame Beziehung macht eine bisexuelle Person nicht hetero oder homo, sie bleibt bisexuell, unabhängig davon, mit wem sie zusammen ist.
Sehr verbreitet ist zudem das Vorurteil, Bisexualität bedeute Promiskuität oder automatisch einen höheren Wunsch nach wechselnden Partner*innen. Das vermischt Orientierung mit Beziehungsvorstellungen und Sexualverhalten. Ob jemand monogam, offen, asexuell, sexuell aktiv oder gerade gar nicht aktiv ist, hängt von individuellen Werten, Lebensumständen und Absprachen ab, nicht vom Label „bisexuell“.
Solche Mythen können zu sogenannter bi-spezifischer Abwertung führen, etwa durch Zweifel, Fetischisierung oder den Druck, sich ständig zu „beweisen“. Umso wichtiger ist die klare Botschaft: Bisexualität ist eine legitime, eigenständige sexuelle Orientierung. Sie muss weder erklärt noch relativiert werden, und sie bleibt gültig, auch wenn Außenstehende sie nicht sofort einordnen können.
Bisexualität in Beziehungen und im Alltag
Bisexuelle Menschen leben ihre Orientierung in sehr unterschiedlichen Beziehungskonstellationen. Manche führen monogame Beziehungen, andere offene Beziehungen oder Polyamorie, wieder andere daten phasenweise oder leben gerade ohne Partnerschaft. Entscheidend ist: Die Beziehungsform sagt nichts darüber aus, ob jemand bisexuell ist. Eine bisexuelle Person in einer Beziehung mit einem andersgeschlechtlichen Partner wird nicht automatisch heterosexuell, genauso wenig wird sie in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung automatisch homosexuell. Orientierung beschreibt die mögliche Anziehung, nicht den aktuellen Beziehungsstatus.
Im Alltag entsteht jedoch oft Unsichtbarkeit. In hetero gelesenen Partnerschaften wird Bisexualität häufig übersehen oder als irrelevant abgetan, nach dem Motto: „Dann bist du ja eigentlich hetero.“ In gleichgeschlechtlichen Partnerschaften kann umgekehrt der Druck entstehen, sich eindeutig als lesbisch oder schwul zu positionieren. Diese „bi-erasure“ führt nicht selten dazu, dass Betroffene ihre Identität weniger offen ansprechen, um Diskussionen, Misstrauen oder Sexualisierung zu vermeiden.
Praktisch kann Coming-out deshalb ein wiederkehrender Prozess sein: im Freundeskreis, am Arbeitsplatz, in der Familie oder auch in neuen Dating-Situationen. Viele wägen ab, wann Offenheit sicher und sinnvoll ist. Hilfreich sind klare Grenzen (Welche Fragen beantworte ich, welche nicht?), Verbündete im Umfeld und eine Sprache, die sich stimmig anfühlt, etwa „bi“, „pan“, „queer“ oder gar kein Label. Selbstakzeptanz wächst oft, wenn eigene Gefühle ernst genommen werden, Austausch mit anderen möglich ist, beispielsweise in lokalen Gruppen oder Online-Communities, und wenn Partner*innen aktiv signalisieren: Deine Bisexualität ist kein Risiko, sondern ein Teil von dir.
Fazit: Bisexualität verstehen und respektieren
Bisexuell zu sein bedeutet, sich zu mehr als einem Geschlecht hingezogen fühlen zu können. Diese Anziehung kann unterschiedlich stark, unterschiedlich häufig und nicht zwingend symmetrisch sein. Sie ist weder eine „Zwischenstation“ noch ein Beweis für Unentschlossenheit, und sie sagt nichts über Treue, Charakter oder Beziehungsstil aus. Aufklärung ist wichtig, weil Mythen, Zweifel und Unsichtbarkeit reale Folgen haben, von abwertenden Kommentaren bis zu dem Gefühl, sich ständig erklären zu müssen.
Respekt heißt im Alltag vor allem: Menschen ihre Selbstbezeichnung zugestehen, nicht auf Basis der aktuellen Partnerschaft umzudefinieren und keine neugierigen oder sexualisierenden Fragen als selbstverständlich zu behandeln. Sichtbarkeit bedeutet auch, bisexuelle Erfahrungen in queeren wie in heteronormativen Kontexten mitzudenken, in Gesprächen, Medien, Bildung und Gesundheitsversorgung. Anerkennung beginnt oft im Kleinen, etwa indem man sagt: „Ich glaube dir“, „Danke, dass du es teilst“ und indem man sich korrigiert, wenn man vorschnell Annahmen trifft.
Wer sich weiter mit dem Thema beschäftigt, entdeckt schnell, wie vielfältig sexuelle Orientierung gelebt wird. Offenheit gegenüber dieser Vielfalt schafft Raum für ehrlichere Beziehungen, mehr Sicherheit im Coming-out und eine Gesellschaft, in der bisexuelle Menschen nicht nur existieren, sondern auch sichtbar und selbstverständlich dazugehören.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet es praktisch, wenn jemand sagt "ich bin bi"?
Die Kurzform "bi" steht für Bisexualität und wird im Alltag oft verwendet. Im Text wird erklärt, dass damit romantische und oder sexuelle Anziehung zu Menschen von mehr als einem Geschlecht gemeint ist. Es sagt nichts darüber aus, ob diese Anziehung gleichzeitig oder in gleicher Intensität auftritt. "Bi" beschreibt also eine Orientierung, nicht ein Beziehungsmodell.
Wie unterscheidet sich die inklusive Definition von Robyn Ochs von einer einfachen Definition?
Robyn Ochs beschreibt Bisexualität als Potenzial zur Anziehung zu mehr als einem Geschlecht. Das ist weiter gefasst als eine enge Definition, die nur zwei Geschlechter annimmt. Die inklusive Sicht betont, dass Anziehung nicht gleichzeitig, gleich stark oder in der gleichen Form stattfinden muss. Dadurch bleiben verschiedene Lebens- und Identitätserfahrungen eingeschlossen.
Stimmt es, dass Bisexualität nur eine Zwischenphase ist?
Nein, das ist ein verbreiteter Mythos, der im Text als Missverständnis genannt wird. Bisexualität ist eine stabile sexuelle Orientierung und keine notwendige Vorstufe zu einer anderen Orientierung. Die Annahme entsteht oft durch falsche Erwartungen an sichtbare Beziehungsformen. Respekt bedeutet, die Selbstbezeichnung einer Person anzuerkennen.
Welche historischen Bedeutungen von "bisexuell" sollte man kennen?
Historisch wurde "bisexuell" auch biologisch genutzt, etwa für das Vorhandensein zweierlei Geschlechtsmerkmale. Diese Verwendung wurde später in den Bereich der Intergeschlechtlichkeit eingeordnet. Heute bezieht sich der Begriff in der Regel auf sexuelle Orientierung. Der Wandel zeigt, wie Begriffe sich mit Forschung und Gesellschaft verändern.
Wie häufig geben Menschen an, bisexuell zu sein, laut den genannten Daten?
Im Artikel wird eine britische YouGov-Erhebung aus 2015 als Sekundärangabe genannt. Dort wurden für die gesamte Stichprobe 19 Prozent mit "bisexuell" zitiert. Bei jüngeren Personen lag der Anteil deutlich höher. Solche Zahlen sollten vorsichtig interpretiert werden, da Methodik und Selbstauskunft Einfluss haben.
Wie beeinflusst Bisexualität das Alltagsleben und Beziehungen konkret?
Bisexualität sagt nicht, wie Beziehungen gelebt werden, ob jemand monogam ist oder welche Art von Partnern gewählt werden. Der Text betont, dass Orientierung nicht automatisch Beziehungsstil oder Treuevoraussetzungen bestimmt. Alltagserfahrungen können jedoch durch Unsichtbarkeit und Stereotype belastet werden. Sichtbarkeit und Respekt verbessern das Wohlbefinden erheblich.
Wie kann man als Freund oder Angehöriger respektvoll reagieren, wenn jemand sich als bisexuell outet?
Der Artikel empfiehlt, die Selbstbezeichnung anzuerkennen und nicht anhand der aktuellen Partnerschaft umzudeuten. Nützliche Reaktionen sind zuhören, glauben und keine neugierigen oder sexualisierenden Fragen stellen. Korrigieren Sie eigene falsche Annahmen, wenn nötig. Kleine Zeichen der Anerkennung schaffen oft mehr Sicherheit.